Es gibt Dinge, die sind unbekannt, und es gibt Dinge, die sind bekannt, dazwischen gibt es Türen.
William Blake

Der Atlas ist der oberste Halswirbel. Mit dem Atlaswirbel als zentrales Element findet im „oberen Kopfgelenk“ der Großteil der Bewegung unseres Kopfes (Drehen/Nicken) statt. Das Atlasgelenk ist für den Menschen das sensibelste und verletzbarste Gelenk im Körper. Fehlstellung und Störung im obersten Bereich der Halswirbelsäule wirken sich auf den ganzen Körper aus.

Die Stellung des Kopfes (Atlas) ist über Nervenschaltstellen (Nackenrezeptorenfeld) unmittelbar mit dem Hirnstamm und seinen zentralnervösen Ganglien verschaltet und mit Augen, Kiefer- und Körperkoordination abgestimmt.

Durch den Atlaswirbel verläuft das Rückenmark und damit die meisten Nerven, die vom Hirn zum Körper und zurück führen. Ist die Bahn der Nerven durch eine leichte Fehlstellung dieses Wirbels (Blockade) eingeengt, kann es zu Nervenirritationen und zu diversen Beschwerden kommen.

Eine Fehlstellung des Atlasgelenks hat Auswirkungen auf die Statik des Körpers, des Kiefers, auf diverse vegetative Fehlfunktionen und auf die emotionale Grundhaltung. Der gesamte Bewegungsapparat versucht, den blockierten Atlaswirbel (und den reaktiv verspannten Muskelgruppen) vor weiteren Irritationen zu bewahren und erhöht deshalb die Muskelspannung. Je nach Fehlstellung des Atlas oder anderer hoch sitzender Halswirbel ergeben sich dadurch sehr schematische Spannungslinien im Körper vom Schädel / Kiefer bis zum Fuß. Die oft über Monate und Jahre bestehenden Verspannungen erzeugen in der Regel weitere Blockaden an verschiedenen Segmenten der Wirbelsäule, des Beckens und der Beine. Anatomische Veränderungen im Körper wie Skoliose, Beckenschiefstand und Beinlängendifferenz entstehen durch Torsionen (Verwringungen).

Ein schiefer Kopf kann somit eine kompensatorische Verdrehung des gesamten Körpers bewirken und zum Bild des „schiefen Menschen“ führen.

Langjährige Folgen solcher Fehlhaltungen sind Arthrosen und vor allem diverse Schmerzzustände.

Eine Atlasfehlstellung wird im Unterbewusstsein als außerordentlich störend erlebt. Der Nacken verspannt sich immer wieder, Schlaf- und Liegepositionen sind schwer zu finden. Bei manchen Menschen führt die anhaltende Anspannung zu psychomotorischen Begleitreaktionen. In anderen Fällen sind vegetative Fehlregulationen (Störungen der Vagus-Nerven) oder Gleichgewichtsstörungen im Vordergrund, bei manchen Kindern hypermotorische Reaktionen.

Dieses weit verbreitete und sehr komplexe Krankheitsbild bedarf im Einzelfall zur Heilung einer mehrschichtigen Behandlung durch Atlastherapie, Veränderung der Zahn- und Kieferstellung, Korrektur von Sehstörungen, osteopathische Interventionen, Akupunktur, Krankengymnastik, Beinlängenkorrektur und/oder Einlagenversorgung und psychologische Begleitung.